• Hanna

Amsterdam sehen und... schmecken

Aktualisiert: Jan 14

Amsterdam ist die interessante Hauptstadt der Niederlande, eine pulsierende Metropole, die trotz Globalisierung und Internationalisierung nicht ihre Beschaulichkeit und ihren Charme verloren hat. Im folgenden Beitrag verrate ich euch, was diese Stadt für mich ausmacht und verrate euch, welches mein Lieblingsrestaurant ist.


Durch die Luft zieht eine leichte Brise, die die Wasseroberfläche der schmalen Gracht kräuselt. Zu beiden Seiten des Wassers stehen schmale Lagerhäuser, die typisch niederländischen, mit großen Fenstern und einem Giebel. Die teils rötlichen, teils dunkelgrauen Backsteine ihrer Fassaden bilden den perfekten Hintergrund für ihre weiß umrandeten Fenster. In den Fenstern hängen keine Gardinen, man kann in die Büros und Wohnzimmer der Menschen schauen und sieht überall das Gleiche: Geschmack, Stil, Perfektion. Die Grachten sind gesäumt von Fahrrädern, auf jeder Straße gibt es einen breiten Fahrradweg. Auf dem Wasser liegen schmale, lange Hausboote - auch hier präsentiert sich Holland von seiner sympathischen Seite: Man hat gelernt, mit wenig Platz auszukommen und diesen geschmackvoll einzurichten.


Das alles und nicht zuletzt die Nähe des Meeres machen Amsterdam zu einem Ort, an den ich zurückkehren möchte. In keiner anderen Stadt, die ich bisher besucht habe, kannst du dich so gut einfach nur treiben lassen und siehst dabei so viel. Natürlich kannst du nach den Top 10-Attraktionen googeln und das Reichsmuseum, das Anne Frank-Haus oder die Heineken-Brauerei besichtigen, aber ich empfehle dir, es vielleicht nicht zu tun, wenn du nur kurz in dieser Stadt bist. Amsterdam hat so viele schöne Ecken, dass es sich lohnt, einfach loszuziehen, den Zufall im Gepäck. Du wirst dich dann vielleicht wundern, wie es sein kann, immer wieder eine schöne Ecke und gleich darauf eine wiederum noch schönere Ecke zu entdecken. Wenn ihr mögt, schlagt vom Hauptbahnhof die grobe Richtung Süden/Südwesten ein (den Dam runter und immer geradeaus laufen).


Der ein oder andere mag auf diese Weise auch den Albert Cuyp Markt im Stadtviertel De Pijp entdecken: Von Montag bis Samstag kannst du hier nach Lust und Laune schlendern. Neben Klamotten, Krimskrams, Schmuck und Lebensmitteln findest du frischgepresste Säfte und holländische Spezialitäten. Jeder, der es halbwegs ernst meint mit dem Entdecken fremder Kulturen sollte an den süßen holländischen Spezialitäten dort auf keinen Fall vorbeilaufen: Es gibt heiße, frisch gebackene Stroopwafeln und Poffertjes in allen Varianten, mit Oreos, Erdbeeren, weißer Schokolade oder Nutella... Achtung, es besteht Suchtgefahr!


Wer am Abend nochmal losziehen will, findet überall im Zentrum Gelegenheit dazu. Dennoch gibt es einen Ort, der einfach ganz besonders ist. Diejenigen, die Lust auf qualitativ hochwertiges und modern designtem Essen haben und die bereit sind, dafür auch etwas Geld auszugeben, sollten jetzt herhören. Die Rede ist vom Envy, meinem absoluten Lieblingsrestaurant. Es liegt zentrumsnah und ist geschmackvoll eingerichtet. Obwohl man viel Wert auf Stil legt, kann man sich auch in Jeans und Turnschuhen hier hinsetzen. Der Service ist perfekt - man entschuldigt sich mehrmals für einen Riss im Glas, erkundigt sich nach dem Befinden und erklärt mit Begeisterung und viel Liebe zum Detail, dass sich unter dem hausgemachten Eis und den hauchdünnen Scheiben Kohlrabi eine Auster versteckt. Das Beste ist also - und genauso sollte es sein - das Essen und die Überraschungen, die es für anspruchsvolle Gaumen bereithält: Die Rede ist davon, wie die gefrorenen Kügelchen Thai-Joghurt den Gaumen kitzeln, wenn sie zerplatzen, wie der intensive Geschmack des Kirschschaums auf den Langusten auf der Zunge prickelt und wie die würzige Kruste des Fischfilets zwischen den Zähnen knistert, wenn man darauf beißt. Zwei, drei, ach, was rede ich da, vier Stunden vergehen wie im Flug und man freut sich bereits nach dem Amuse Geule auf Kosten des Hauses, dass man sich für das Acht- und nicht das Vier-Gänge-Menü entschieden hat. Am Ende ist man mehr als satt und ja, jetzt habe auch ich den Beweis am eigenen Leib erlebt: Essen macht tatsächlich glücklich!



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