• Hanna

    Kaua'i/Hawaii - Besuch im grünen Garten Hawaiis

    Kaua'i bedeutet Camping im Dachzelt, das Leben an einsamen Stränden, das Wandern in unberührter Natur. Wo man am besten einen Wagen mietet und welche sehenswerte Orte es für eine 4-tägige Tour über die Insel gibt, erzähle ich euch im folgenden Beitrag.



    Kaua'i ist weniger touristisch als die restlichen Inseln Hawaiis und noch ursprünglicher als Maui. Ihr Spitzname The Garden Island sagt bereits, dass diese Insel besonders üppig bewachsen ist. Aber: Wo viel Grün, da auch viel Regen! Wie in anderen Teilen Hawaiis dauern die Regenschauer allerdings häufig nur wenige Minuten, bevor wieder die strahlende Sonne zu sehen ist.


    Wer das Maximum an Sonne und Wärme braucht, der sollte auf der süd-westlichen Seite Kaua'is bleiben, denn die Wolken bleiben an der Bergkette hängen, die das Inland durchzieht und regnen sich aus, so dass der Südwesten der Insel meist trocken bleibt. Wer meine vorherigen Posts (zu Rarotonga, Aitutaki und besonders Fidschi) verfolgt hat, weiß vielleicht, dass wir auf dieser Reise ziemlich viel Pech mit dem Wetter hatten. Aus diesem Grund blieben wir dort, wo es warm, trocken und sonnig war... schön war das!


    Po'ipu Beach

    Wir haben einen geländetauglichen Wagen mit Dachzelt gemietet, weil wir campen wollen. In unserer ersten Nacht stehen wir über dem Po'ipu Beach, auf einer Klippe. Es windet sehr und so ist die erste Nacht im Dachzelt so anstrengend wie ein Flug mit vielen Turbulenzen. Lose Schnüre und Äste klappern so laut, dass ich Ohrstöpsel brauche, um schlafen zu können.


    Von hier aus kann man einen Spaziergang an den Klippen entlang machen. Wir verpassen leider den Ausblick und die schöne Landschaft, da unser Gasgrill ein Leck hat und Feuer fängt, als wir uns Frühstück machen wollen. Gerade so können wir das Gas noch stoppen und die riesige Flamme erlischt, bevor das Auto Feuer fängt. 30 Minuten später haben wir von Bryce, dem Besitzer der Mietwagenfirma, einen neuen Campingkocher bekommen und außerdem das Versprechen, die erste Tankfüllung geschenkt zu bekommen - Schmerzensgeld für das verpasste Frühstück mit Ausblick!


    Polihale State Park

    Für uns das absolute Highlight der Zeit auf Kaua'i und so verbringen wir 2 von 4 Nächten hier an diesem Strand - hätten wir mehr Zeit gehabt, wären wir auch noch länger geblieben! Der Strand ist breit und hell, das Wasser klar. Die Wellen prallen mit solcher Wucht auf den Strand, dass ich mich nur hüfthoch ins Wasser begebe. Der Strand wird eingerahmt von steilen Felsen, die den Weg zur dahinter liegenden Napali Coast versperren und von denen das Echo der Seevögel zu uns zurückschallt.


    Der Weg zum Polihale State Park ist recht beschwerlich. Eine halbe Stunde lang geht es über eine Ruckelpiste, die mit extrem vielen Schlaglöchern übersät ist. Ich verstehe nicht, wie manche Leute es ohne 4 WD in ihren kleinen PKWs hierher schaffen. Der Strand taucht in den touristischen Broschüren, die wir am Flughafen eingesammelt haben, nicht auf - möglicherweise ein Grund dafür, dass er überhaupt nicht überlaufen ist.


    Wir fahren den kleinen Weg, der parallel zum Strand verläuft, bis es am Ende nicht mehr weitergeht und nur noch Sand auf dem Boden liegt. Gut, dass wir uns genau haben erklären lassen, wie wir das Fahrzeug im Sand fahren. Wer ein allradbetriebenes Fahrzeug hat kann inmitten der höher gelegenen Dünen campen. Obwohl außer uns noch einige andere Camper am Strand übernachten, sehen wir kaum etwas von ihnen, da das Gelände weitläufig ist und jedes Auto eine eigene Düne belegt. An einigen Stellen gibt es Toilettenhäuser und Duschen.


    Auf unserer privaten Sanddüne steigen wir aus und wissen, dass wir hierbleiben möchten - und zwar, so lange es geht! Unsere Handys haben hier keinen Empfang mehr, wir haben keinen Strom, und so habe ich das Gefühl, noch mehr Zeit als normalerweise zu haben für die wesentlichen Dinge des Lebens: zum Lesen, Schreiben, Schwimmen, Sonnenbaden, Kochen, Schlafen, und und und... Das alles mit Ausblick auf einen traumhaften Strand und klares, türkisfarbenes und dunkelblaues Wasser.





    Als wir später einen Wilson-Volleyball am Strand finden, haben wir einmal mehr das Gefühl, auf den Spuren von Tom Hanks in Castaway zu wandern. Natürlich bemalen wir den Ball, so dass es ein richtiger Wilson wird. Auch wenn wir nicht auf einer einsamen Insel sind, fühlt es sich wirklich so an.










    Am letzten Tag verabschieden wir uns innerlich vom Strand, der so weit weg von Deutschland ist, dass es unwahrscheinlich ist, schnell wieder zu kommen. Was dann passiert ist wirklich kitschig, aber dafür können wir nichts: Auf den letzten Metern des Spaziergangs sehen wir ganz in Ufernähe zwei Delfine, die vor uns aus dem Wasser springen, als würden sie noch einmal unterstreichen wollen, welch ein Paradies dieser Ort ist.


    Kekaha Beach

    Der Kekaha Beach ist breit und nicht so idyllisch wie andere Strände. Wer eine Bootsfahrt zur Napali Coast machen möchte und morgens früh in Port Allen sein muss, kann dort aber gut übernachten. Für diesen Strand braucht man in jedem Fall Allradantrieb, da man über den eigentlichen Strand durch tieferen Sand fahren muss.



    Zur Napali Coast kommt man übrigens nur per Boot oder Hubschrauber. Uns wurde dieses besondere Erlebnis leider verwehrt, weil wir morgens wegen eines Unfalls in einem Stau steckenblieben, der uns eine ganze Stunde kostete und uns unser Boot verpassen ließ. Wie ärgerlich!


    Fortbewegung / Übernachtung

    Wir mieteten eine Black Mamba von Kauai Overlander. Der Service dieses kleinen, lokalen Unternehmens hat uns sehr überzeugt. Und nein, ich werde nicht dafür bezahlt, dies zu schreiben. Dass die Besitzer Bryce und Melody uns aus der hintersten Ecke der Insel retten würden, wenn wir uns festgefahren hätten, klang absolut glaubwürdig. Jeder Kunde erhält eine Art Guidebook mit persönlichen Tipps für Campsites und einer Kurzbeschreibung, was es dort zu beachten gibt. Die Ausstattung der Autos ist gut durchdacht: Neben der kompletten Campingausrüstung gibt es im Auto Lademöglichkeiten für elektronische Geräte und Stirnlampen, denn an einsamen Stränden kann es nachts schonmal sehr dunkel werden. Selbst für romantische Momente ist mit Lichterkette und Grillanzünder fürs Lagerfeuer vorgesorgt. 5 Sternchen für diese Autovermietung!


    Fazit: Sowohl Kaua'i als auch Maui haben als Urlaubsziele wirklich überzeugt! Wer Natur und Camping mag, ist hier genau richtig. Außerdem spart man sich durchs Camping auf den beiden extrem teuren Inseln sehr viel Geld. Darüber hinaus sind die Inseln wirklich wunderschön!


    Weiterführende Informationen

    · Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise

    · Lonely Planet: Hawaii*

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